Leibniz Linguistic Research into Constitutional Law

Dem Bundesverfassungsgericht obliegt seit mehr als 60 Jahren die Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des staatlichen Handelns in der Bundesrepublik Deutschland. Sämtliche Entscheidungen beider Senate - aktuell ca. 3.300 an der Zahl - sind in der 142 Bände umfassenden amtlichen Sammlung erschienen. Zusätzlich werden seit 1998 die begründeten Kammerentscheidungen - ca. 6.000 Dokumente - auf der Internetseite des BVerfG veröffentlicht.

Eine Auswertung und Aufbereitung dieser Textmenge mit den traditionellen rechtswissenschaftlichen Methoden erfordert stets eine Auswahl der zu betrachtenden Entscheidungen. Informationen über die große Masse der Entscheidungen können dabei verloren gehen. Methoden der Korpuslinguistik ermöglichen dagegen eine computergestützte Auswertung sämtlicher Entscheidungen (= Korpus) und die Beantwortung neuer Fragestellungen.

Ziel des Projektes "Leibniz Linguistic Research into Constitutional Law" ist es, ein umfassend annotiertes Korpus der verfassungsgerichtlichen Entscheidungen zu erstellen und anhand dessen quantitative Untersuchungen juristisch-inhaltlicher und sprachlicher Art durchzuführen. Neben Wortart- und Lemmaannotationen werden die Entscheidungen mit zahlreichen Annotationen von juristischen Kategorien versehen, wodurch eine maschinelle Auswertung des grundsätzlichen Aufbaus einer Entscheidung, der wesentlichen Informationen aus dem Rubrum, aber auch von Norm- und Literaturzitaten sowie von wiederkehrenden Argumentationsmustern ermöglicht werden soll. Aber auch Untersuchungsansätze, die keine Annotationen erfordern, werden zum Einsatz kommen.

Mitarbeiter/innen
Louis Rolfes
Anna Shadrova
Dr. Alexander Tischbirek
Luisa Wendel